Flemsdorf

 
 

Das Gebiet um Flemsdorf war vermutlich im 9. und 10. Jahrhundert von Altslawen besiedelt.


Flemsdorf wird erstmalig 1293 in einer Urkunde erwähnt, in der der Markgraf von Brandenburg auf eine Nachmessung  der Dorfflur verzichtet, der Ort wird damals aber mit dem Namen „Vlemindrop“ benannt.

Dieser Name änderte sich in den folgenden 250 Jahren über Vlemischdorph, Vlemingstorp, to Vlemstorp, Flemickstorp zu Flemsdorff.


 

Ein Dorf im Herzen der Uckermark

Bundesland:

Brandenburg

Landkreis:

Uckermark

Ortsteil von:

Schöneberg

Postleitzahl:

16278

Telefonvorwahl:

033335

Seit der 2.Hälfte des 15. Jahrhunderts sind in Flemsdorf zwei Besitztümer bekannt. Das des Bürger Sumke, dem dann die Herrschaft Vierraden folgte und das der Familie v. Greiffenberg zu Flemsdorf, deren Stammsitz in der Burg Greiffenberg zu finden war.


1527 wird verzeichnet, dass das Dorf eine Kirche, eine Schäferei und 68 Hufen besitzt.


Ab 1591 gehörte ganz Flemsdorf der Familie v. Greiffenberg, denen zu dieser Zeit u.a. das  Recht zuerkannt wurde, in der Liebenwalder Heide Schweinemast zu betreiben.


Der 30jährige Krieg (1618-1648) ging offenbar auch an Flemsdorf nicht spurlos vorbei, denn aus der Folgezeit wird berichtet, dass 4 Bauernhöfe und 15 Kossäten sowie die Pfarre „wüst lagen“.

Während dieser Zeit übernahm die Hälfte des Besitzes der Schwiegersohn v. Greiffenberg (v. Glöden), der auch Ländereinen in Glambeck besaß.

 

1706 wurden beide Besitztümer wieder vereint. Erst 1777 verlor die Familie v. Greiffenberg ihren Flemsdorfer Besitzt, der durch schlechte Wirtschaftsführung in Konkurs ging.


Zu dieser Zeit hatte Flemsdorf einen Rittersitz, zwei Vorwerke, eine Schäferei, eine Ziegelei, 9 Bauern, 35 Büdner, Einlieger und andere Einwohner und damit insgesamt 214 Einwohner.


Meistbietend ersteigerte den Besitz der Major Christian Bernd v. Bredow aus Zützen für gut 40 000 Taler. Nachdem der v. Bredow und der ihm 1837 folgende Amtmann Huschka das Gut wieder Wirtschaftlich gemacht hatten, wurde es 1841 an den Kammerherren Alexander v. Buch aus Stolpe für 157 000 Reichstaler verkauft.  

 

1807 wurde in Preußen die „Leibeigenschaft“ aufgehoben und so entstanden in der Folgezeit auch in Flemsdorf „freie Bauern“.


1840 wurden 25 Wohnhäuser, 1860 drei öffentliche, 14 Wohn- und 25 Wirtschaftsgebäude (darunter eine Getreidemühle) und im Gut elf Wohn- und 17 Wirtschaftsgebäude (darunter eine Brennerei) gezählt.


Die Namen der Einwohner von Flemsdorf wechselten bis zu dieser Zeit, offenbar durch den fehlenden Grundbesitz, häufig. Keiner dieser Namen ist heute mehr hier vorhanden. Erst Mitte des vorigen Jahrhunderts traten die Namen heute noch ansässiger Familien auf.

 

Zu dieser Zeit hatte Flemsdorf auch eine Bockwindmühle, das Gut Johannishof entstand, und in der Gegend um den Wustrowsee wurden Braunkohlevorkommen entdeckt, die später teilweise bis um 1900 abgebaut wurden.  


Der 1. Weltkrieg brachte überall, so auch in Flemsdorf Not und Leid, jedoch nahm das Dorf selbst offenbar keinen Schaden! Erwähnt ist, dass die 2. Kirchenglocke zum Einschmelzen für Kriegszwecke abgeliefert werden musste.

 

Fünf junge Männer kehrten aus dem Krieg nicht mehr Heim. Das Gefallenendenkmal erinnert noch heute daran.

Viele Heimatlosgewordene zogen durch Flemsdorf, einige versuchten, hier wieder sesshaft zu werden. So wuchs die Bevölkerungszahl nach dem Krieg kurzzeitig auf 435 an, sank dann bald wieder unter 400.

 

Der Zusammenbruch brachte viele Veränderungen mit sich. 1946 wurde die Familie v. Buch enteignet. Das Volkseigene Gut Flemsdorf entstand. Aus der Bodenreform  entstanden 5 Betriebe mit mehr als 10 ha und 3 Kleinbetriebe mit zusammen 7 ha. 880 ha gingen in Volkseigentum über. Das Gut wurde 1960 mit dem Gut Criewen vereint.

Haussee

Altersheim, heute Dorfstr.38

Gutshaus mit Angestellten und Familie von  Buch, 26.3.1929

Haussee

Promenade am Haussee

Brennerei auf dem Gutshof

Brennerei von Hinten

Gefallenendenkmal